Sonntag, 3. Feber, 10:00

FAMILIENMESSE MIT GENERATIONENTREFF

Gottesdienste der Woche vom 13. bis 20.1.2019
Verlautbarungen der Woche vom 13.01. bis
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Gottesdienste der Woche vom 20. bis 27.1.2019
Verlautbarungen der Woche vom 20.01. bis
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Anneliese Winter - 60 Jahre Organistin in der Pfarre Tobelbad

 

Schon als Volksschulkind entdeckte Anneliese Winter am Akkordeon die Liebe zur Musik. Wöchentlich fuhr sie - zuerst von ihrer Mutter begleitet - später allein von Tobelbad nach Graz zum Unterricht. Bei verschiedenen Wettbewerben nahm sie sehr erfolgreich teil und spielte auch bei diversen Konzerten mit. Als vierzehnjähriges Mädchen, als die damalige Organistin ihr Amt aus Altersgründen zurücklegte, hatte Anneliese Winter am 8. September 1958 ihr Debüt als Organistin - nachdem sie vorher in den Ferien täglich fleißig geübt hatte. Bei ihrem ersten Auftritt erklang die Haydn Messreihe: "Hier liegt vor deiner Majestät"

Vier Pfarrer sind seit diesem Tag in Tobelbad tätig gewesen. "Mit dem Kirchenchor gemeinsam gestaltete ich an Feiertagen und zu Festen viele Messen, wobei für mich das Einstudieren der Kleinen Orgelsolomesse von Joseph Haydn und das Halleluja von Georg Friedrich Händel die Höhepunkte waren. Auch wurden in meiner Zeit als Organistin drei Tobelbader zu Priestern geweiht: Generalvikar Dr. Erich Linhardt, Dechant Mag. Rudolf Rappel und Mag. Herbert Kernstock" erzählt Anneliese Winter, die nunmehr seit 60 Jahren in Tobelbad jeden Mittwochabend in der Rehabilitationsklinik und jeden Sonntag in der Pfarrkirche die Orgel erklingen lässt. Früher wurde auch noch eine Vorabendmesse zelebriert, ebenso beinahe an jedem Wochentag eine Abendmesse, meist mit Orgelbegleitung.

Dieser ständige Einsatz war für Anneliese Winter nicht immer leicht zu bewältigen, aber ihr verstorbener Mann, Franz Winter, der viele Jahre als Portier im Bischöflichen Ordinariat tätig war, unterstützte sie kräftig. Bei jeder Witterung legt sie auch heute noch den weiten Weg von ihrem Heimathaus mit dem Moped oder bei sehr schlechtem Wetter auch zu Fuß zurück und ist immer fast eine Stunde vor Messbeginn zur Stelle, um bei den Vorbereitungsarbeiten dabei zu sein. Die Mutter von zwei Töchtern hilft auch gerne in den umliegenden Pfarren bei Begräbnissen oder anderen Ereignissen aus, wenn eine Organistin benötigt wird.

Die Pfarre gratulierte der Jubilarin zu diesem Anlass in einem kleinen Festakt in der Kirche, bei dem sie vom Generalvikar eine vom Diözesanbischof ausgestellte Urkunde überreicht bekam, in der ihr für ihr langjähriges Wirken gedankt wurde. Die ganze Pfarre schließt sich diesem Dank an!

Susanne Linhardt, Pfarrblatt Juli 2018

 

Das „SONNTAGSBLATT für Steiermark“ ehrte in der Ausgabe vom 24. Juni 2018 Anneliese Winter als STEIRERIN MIT HERZ.

 

Anneliese Winter

Ehrung anlässlich der 60-jährigen Tätigkeit als Organistin in der Pfarre Tobelbad am 13. Juni 2018

 

Fotos: Berta Regier

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Anneliese Winter
Anneliese Winter

Meine Organistenlaufbahn begann mit 14 Jahren. Vorher habe ich 8 Jahre lang Akkordeon gelernt.

Da die Organistin der Pfarre in Pension ging,

habe ich in den Ferien auf einem alten Harmonium im Pfarrhof alleine geübt. Am 8. September 1958 habe ich zum ersten Mal in der Kirche gespielt.

Meine musikalischen Höhepunkte waren die

"Kleine Orgelsolomesse" von Haydn und die

Begleitung des Opernsängers Dr. Konstantin Sfiris. Ich helfe auch in den Nachbarpfarren Hitzendorf, Lieboch und Unter-premstätten gerne aus.

Tobelbad im Jahr 2008

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Wir sagen DANKE     ANNELIESE WINTER – ORGANISTIN

 

Frau Anneliese Winter geb. Rauch wurde am 9. März 1944 in Bischofegg 37 = jetzt Rückenweg 20/Gemeinde Pirka, Pfarre Tobelbad, im Haus vulgo „Rieglmoar“ geboren. Ihre Eltern sind Karl Ferdinand Rauch, geb. 1920 in Mureck, gestorben in Tobelbad 1987, und Anna-Maria Rauch geb. Juger, geb. 1922 in Haselsdorfberg, gestorben am 1. September 1977 in Tobelbad.

Karl Rauch war von Beruf Schuhmacher und kam im Zuge des Krieges als Soldat nach Tobelbad. Hier lernte er seine Frau kennen, die er dann am 4. Oktober 1941 geheiratet hat. Anna Rauch war Schneiderin und kam in Haselsdorfberg 51 zur Welt = Badstraße 110, jetzt im Besitz der Familie Pflanzl. Das Haus gehörte damals ihrer Großtante Anna Luger.

Anneliese hat einen Bruder, nämlich Karl Peter. geb. 1949.

 

Pfarrblatt: Wie kam Ihre Familie nach Tobelbad?

 

Frau Winter: Das „Rieglmoar“-Haus wurde 1836/37 erbaut. 1888 heiratete Maximilian Luger die Besitzerin des Hauses „Rieglmoar“ Maria Schmiedbauer. Dessen Eltern, die Wagnerseheleute Johann Luger und Maria geb. Waldsam, kamen 1877 aus St. Dionysen/Obersteiermark zum Anwesen vulgo „Wiesenschneider“ in Badegg 19. Dort war viele Jahre hindurch die Jausenstation „Milchmariandl“.

Das „Milchmariandl“ wurde vom Bruder des Maximilian Luger weitergeführt = Dionysius Luger vulgo „Wiesenschneider“. Maximilian Luger war Kirchenratsmitglied und verstarb 1951 im 87. Lebensjahr. Das Haus wurde nach dem Krieg abgerissen.

1920 heiratete Franz Luger, der Sohn des Maximilian, Juliana Rinnhofer. Sie wiederum war in Hönigsberg/Bezirk Mürzzuschlag zur Welt gekommen. Ihr Vater Johann Rinnhofer war seit 1919 Eigentümer des vulgo „Neubauer“ in Haselsdorfberg, heute im Besitz von Renate Geider. Franz und Juliana Luger hatten nur ein Kind, und zwar Anna Rauch, meine Mutter.

Das Anwesen “Rieglmoar" ging in den Besitz meiner Bruders Peter Rauch über, der das alte Haus von Grund auf erneuerte. Traditionsbewusst trägt Peter das Autokennzeichen „RIMO“ = „Rieglmoar“. Die Wurzeln gehen also nach St. Dionysen bei Bruck, nach Hönigsberg und Mureck zurück.

 

Pfarrblatt: „Wie war Ihr Lebensweg?“

 

Frau Winter: Nach dem Besuch der Volksschule Tobelbad und der Hauptschule Straßgang erlernte ich in Graz-St. Peter den Beruf einer Schneiderin. Am 24. Juli 1965 heiratete ich Franz Winter, der aus Wundschuh stammt. Wir wohnen in dem von meinen Eltern erbauten Haus Rückenweg 22. Wir haben zwei Töchter: Anita Winter, wohnhaft in Wiener Neustadt, und Ingrid Maria Eisner, wohnhaft in der Pfarre Tobelbad.

 

Pfarrblatt: „Wie kamen Sie zu Ihrem Dienst als Organistin?“

 

Frau Winter: Während meiner Schulzeit wurde ich von Frau Helga Speck zum Kirchengesang am Tobelbader Chor eingeladen. Die Orgel spielten damals Frau Troger aus Unterpremstätten und dann Frau Egger, die im Morrèschloss wohnte. Frau Egger führte mich ins Klavierspiel ein. Aus Altersgründen kam sie aber bald nach Rottenmann und man übertrug mir den Orgeldienst. Am 8.9.1958 spielte ich erstmals allein auf der Tobelbader Orgel. Damals war ich 14 ½ Jahre. Am alten Harmonium im Pfarrhof habe ich mir dann selber vieles allein erarbeitet. Mit großer Freude habe ich dann das Aufstellen der neuen Orgel im Jahre 1990 erlebt.

 

Frau Anneliese Winter hat also seit 46 Jahren unermüdlich und pünktlich ihre Fähigkeiten als Organistin zur Verfügung gestellt. Sie war nicht nur an den Sonn- und Feiertagen, sondern auch an vielen Wochentagen bei der Messe. Ebenso spielte sie auch bei den vielen Begräbnissen und Hochzeiten.

 

Ihren Einsatz können wir nicht hoch genug schätzen. Deshalb gebührt ihr unser aufrichtiger Dank und unsere hohe Anerkennung.

 

(Das Gespräch für das Pfarrblatt führte Pfarrer Dr. Herbert Thomann)

 

Christoph Stering
Christoph Stering

Die Orgel ist "Die Königin der Instrumente". Dies wurde mir schon sehr früh klar. In Eigenregie erlernte ich mir die Grundsachen auf diesem Instrument, bis ich in weiterer Folge professionellen Orgelunterricht erhielt. Seit 2006 studiere ich Musik und Pädagogik in Wien.

Tobelbad im Jahr 2008