Sonntag, 18.11., 8:30 Uhr

Ökumenischer Gottesdienst

 

Sonntag, 25.11., 8:30 Uhr

Christkönigssonntag, 

Jugendsonntag

Vorstellung der Firmkandi-datInnen

Gottesdienste der Woche vom 4. bis 11.11.2018
Verlautbarungen der Woche vom 04.11. bis
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Gottesdienste der Woche vom 11. bis 18.11.2018
Verlautbarungen der Woche vom 11.11. bis
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Josefine Neubauer

* 20. April 1919  † 2. Oktober 2006

Ilse, Hermine als Braut, Franz, Helga, Klara, Mutter Josefine, Karl, Friederike, Richard, Josefine und Harald am 26. Juni 1993

Die Fotos wurden von Hermine Neubauer zur Verfügung gestellt.

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Mit Frau Josefine Neubauer geb. Orieschnig, geb. 20.4.1919 in Griffen/Kärnten, wohnhaft Bachweg 2, führte Pfarrer Dr. Thomann für das Pfarrblatt folgendes Gespräch:

Pfarrblatt: „Wann kamen Sie nach Tobelbad? Wie war Ihr Anfang hier bei uns?“

Frau Neubauer: „Mein Mann Viktor Neubauer, aus Passail stammend, war ausgebildeter Gerber und suchte nach dem 2. Weltkrieg Arbeit in der Steiermark. Nach langem Suchen nahm ihn im Spätherbst 1949 die Lederfabrik Rieckh in Graz auf. Durch Wohnungstausch kamen wir von Kärnten ins „Zülchner-Haus“ in Tobelbad, wie es damals hieß. In ihm wohnten noch Johann und Maria Linhardt mit dem Sohn Alfred und das Ehepaar Brodschneider mit vier Kindern.

Wir waren mit unseren drei gemeinsamen Kindern Josefine (jetzt Saurugger in Pirka wohnhaft), Richard (jetzt in Deutschland) und Friederike (jetzt Wagener und in Deutschlands verheiratet) in die Steiermark gekommen. Es kamen aber auch die Kinder aus der ersten Ehe Viktors mit uns nach Tobelbad: Anna (jetzt Walter, wohnhaft in Tirol), Margareta (jetzt Recher, wohnhaft Lieboch), Viktor (jetzt in Kitzbühel wohnhaft) und Maria (jetzt Magagna Gratkorn). Dabei war auch Leo Seefriedt, der Sohn, den die erste Frau Viktors in die Ehe mitgebracht hatte. Mein Sohn Harald aus meiner 1. Ehe blieb bei meiner Mutter in Kärnten.

Wir hatten dann noch weitere Kinder miteinander: Karl (in Deutschland), Klara (Salzburg), Helga (nun Hagelmann, wohnhaft Salzburg), Franz, Hermine und Ilse (wohnhaft in Salzburg). Wir haben das Haus Bachweg 2 im Jahre 1966/67 erworben.

Nun wohne ich mit meiner Tochter Hermine und deren Gatten Roman Neubauer geb. Mayerhofer im Haus und auch die zwei Kinder meiner Tochter Hermine, nämlich Andreas und Tobias Nebel.“

Pfarrblatt: „Wie war Ihr Lebensweg bevor Sie nach Tobelbad gekommen sind?“

Frau Neubauer: „Ich kam im Dorf Salzenberg bei Griffen zur Welt, als Tochter der Klara Orieschnig, später verheiratete Pegrin, und des Benjamin Maierhofer. Nach der Volksschule erhielt ich durch Vermittlung einer Ordensschwester eine Stelle in einem Haushalt in Grafenstein, wo ich eineinhalb Jahre blieb. Darauf war ich im Dienst im Gasthof Tschebull in Völkermarkt, wo ich zwei Jahre arbeitete; der Gasthof wurde aufgelassen. Durch Vermittlung meiner Taufpatin, die Postmeisterin in Griffen war, kam ich 1938 in die Familie eines Obersenatsrates in Wien. Dort arbeitete ich drei Jahre und kam dann nach Kärnten zurück, weil sich meine Mutter wegen der Kriegsereignisse viele Sorgen um mich machte.

Am 3. November 1940 habe ich in Griffen den Briefträger Franz Schasche geheiratet, der damals schon bei der Deutschen Wehrmacht war. Ich hatte aber große Probleme mit der Schwiegermutter. So kam ich zum Kriegsdienst nach Graz und war zwei Jahre lang bei der Straßenbahn Graz beschäftigt. Zuhause lernte ich gegen Kriegsschluss Viktor Neubauer kennen: Er war als militärischer Aufseher kriegsgefangener Franzosen eingesetzt. Im 2. Weltkrieg wurde er in Murmamnsk/Norwegen am Oberschenkel verwundet und deshalb im Bewachungsdienst eingesetzt. Bei Kriegsschluss war er aber an der russischen Front in Wenigzell.

Inzwischen wohnte ich bei meiner Tante im Stift Griffen. Nach der Trauung 1947 in St. Peter am Wallersberg erhielten wir eine Wohnung im Schloss Hirschenau bei Völkermarkt.“

Pfarrblatt: „Wie beurteilen Sie Ihr bisheriges Leben im Rückblick?“

Frau Neubauer: „Ich habe viele schwere Zeiten mitgemacht und manche Enttäuschungen erfahren. Vor allem war es schwierig, mit einer größeren Zahl an Kindern überhaupt ordentlich unterzukommen, weil man viel Ablehnung fand. Auch für meinen Mann gab es immer wieder Schwierigkeiten, ordentliche Arbeit zu finden. Aber alle unsere Kinder haben eine Ausbildung bekommen und etwas gelernt.

Ich selbst musste immer viel arbeiten: Neben der vielfältigen Arbeit im eigenen Haus musste ich aus finanziellen Gründen verschiedene Dienste in anderen Haushalten übernehmen. Von 1967 bis 1979 war ich im Rehabilitationszentrum in Tobelbad beschäftigt.

1982 verstarb mein Mann mit 72 Jahren, er ist am Tobelbader Friedhof beigesetzt. Meine Kinder hielten immer zu mir, auch wenn sie mitunter weit entfernt wohnen. Ich habe nun 16 Enkelkinder und 6 Urenkelkinder.

Pfarrblatt: „Wir danken Ihnen, liebe Frau Neubauer, für dieses Gespräch, aber vor allem für Ihr vielfältiges und geduldiges Wirken. Trotz aller Probleme und aller großen Schwierigkeiten haben Sie sich nicht entmutigen lassen. Sie waren nie verbittert. Mit unserer Pfarre waren Sie immer treu verbunden.

Gottes Segen für Sie und für alle, die zu Ihrer großen Familie gehören.

Pfarrblatt September 2007