Gottesdienste der Woche vom 7. bis 14.7.2019
Verlautbarungen der Woche vom 07.07. bis
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Am 16. Februar 1979 wurde Prälat Dr. Herbert Thomann Pfarrer in Tobelbad. Zum 30-jährigen Jubiläum wurde in der Kirche Tobelbad von Prälat Thomann die Hl. Messe gemeinsam mit Dechant Dr. Erich Linhardt, Mag. Rudolf Rappel und dem neu geweihten Diakon Mag. Herbert Kernstock gefeiert.

Einladung - Dr. Thomann 30 Jahre Pfarrer von Tobelbad
30 Jahre Pfarrer Thomann.pdf
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Pfarrblatt März 2004

Dr. Herbert Thomann, 20 Jahre Pfarrer in Tobelbad

Am 28.2. feierte die Pfarre das zwanzigjährige Jubiläum des Wirkens unseres Pfarrers Prälat Dr. Herbert Thomann in Tobelbad.

Die Feier wurde mit einem festlichen Gottesdienst in unserer Pfarrkirche begonnen. Mag. Christian Leibnitz, Pfarrer von Graz Straßgang, war als Festprediger zugegen und fand für unseren geschätzten Herrn Pfarrer die passenden Worte zu diesem Anlaß. Umrahmt vom Gesangsverein Dobl unter der Leitung von Frau Mag. Marlies Heckel, den zwei Trompetern Dr. Hannes Lackner und Herbert Schmidbauer, Herrn Dr. Harald Fripertinger an der Querflöte, sowie Gerlinde Hörmann an der Orgel, konnten wir in der Hl. Messe unseren Dank für das Geschenk eines so beliebten eigenen Pfarrers darbringen.

Anschließend hatten die Vertreter der Vereine und Körperschaften, sowie der öffentlichen Einrichtungen wie Schule und Kindergarten Gelegenheit „Ihrem Pfarrer“ Dank zu sagen. Viele Personen, die unseren Pfarrer bis jetzt auf seinem Weg in Tobelbad begleitet haben, waren anwesend, was die besondere Wertschätzung unterstrich.

Die gelungene Feier, welche mit einem durch Diapositive untermalten Rückblick auf die vergangenen zwanzig Jahre begann, zeigte deutlich, wie vielfältig und wohl auch intensiv der Dienst des Pfarrers sein kann. Neben den vielen Erneuerungen, sei es im pastoralen Leben wie die Gestaltung der verschiedenen kirchlichen Feiern oder die Suche des Kontaktes mit der Pfarrbevölkerung bei Anlässen/Ereignissen oder sei es in materiellen Dingen wie die Renovierung unserer Pfarrkirche und es Pfarrhofes, der Neubau der Orgel und die Konstitution des neuen Pfarrkindergartens, kam auch besonders der umsichtige, entscheidungsfreudige, und nicht zuletzt der durch seine Tätigkeit als Diözesanvisitator erfahrene Pfarrer zur Sprache. Seine Talente und seine Erfahrungen wurden uns in den letzten zwanzig Jahren geschenkt und wir sind deren Nutznießer. Das Bewußtsein einen Menschen unter uns zu haben, der überregionale Interessen vertritt und so eine uns sicherlich manchmal ungewohnte Denk- und Sichtweise in vielen Dingen hat, ist uns viel zu selten präsent. Dafür war wieder einmal Gelegenheit. Der Ausdruck der gemeinsamen Freude war auch ein von allen Vereinen, der Gemeinde und dem Pfarrgemeinderat gemeinsam überreichtes Geschenkt – ein Reisegutschein für eine Reise nach Israel!

Auch die Redaktion will gerne unter den Gratulanten sein. Wir möchten uns für die stets wohlwollende Unterstützung des Pfarrblattes sehr bedanken. Der Wunsch eines möglichst langen Wirkens in Tobelbad entspricht sicherlich dem Gedanken vieler Pfarrbewohner. Wir dürfen zu diesem bedeutenden Jubiläum auch unsere besonderen Glückwünsche sagen.

Für die Redaktion Dr. Günter Eichmüller, Pfarrblatt März 1999

Pfarrblatt September 1996

Nachruf für Prälat Dr. Herbert Thomann

Mit Prälat Dr. Herbert Thomann verliert unsere Diözese eine markante Priesterpersönlichkeit, die, ohne je im Vordergrund zu stehen, für die katholische Kirche in der Steiermark ungemein viel geleistet hat. Aus einer Wildoner Schneiderfamilie stammend, studierte Herbert Thomann nach seiner Matura, die er am Akademischen Gymnasium in Graz ablegte, in Rom Theologie, wo er 1956 von Kardinal Franz König zum Priester geweiht wurde. Die ihm in Rom zuteil gewordene intellektuelle und spirituelle Ausbildung durch Jesuiten blieb prägend für sein weiteres Leben. Manche seiner Bonmots, die er sparsam, aber mit der ihm eigenen Art des Humors einsetzte, kamen aus diesem Ursprung.

Nach intensiven Seelsorgeerfahrungen als Kaplan in Pöls und Leoben-Donawitz und kurz als Domvikar in Graz wurde er frisch promoviert 1962 ans Bischöfliche Ordinariat berufen, um durch drei Jahrzehnte im Haus des Bischofs als Ordinaritssekretär, als Diözesanvisitator und Referent des Generalvikars wichtige diözesane Aufgaben zu übernehmen. Darunter war auch viel Schwieriges und Unangenehmes, das er in treuer Selbstverständlichkeit, ohne sich je selbst zu bedauern, übernahm und auch ausführte. Seine exzellenten Kenntnisse des Kirchenrechts und der lateinischen Sprache, seine seit seiner Studienzeit guten Kontakte nach Rom, aber auch vor allem auch seine Vertrautheit mit den verschiedensten Situationen der Priester und Pfarren in unserem Land, die er seiner Tätigkeit als Visitator verdankte, befähigten ihn, dem Bischof und vielen Gremien ein kompetenter Ratgeber zu sein, Brücken zu bauen, Unklares zu klären und Irreguläres auf den Weg der Ordnung zu führen.

Erholung fand der Arbeitsame im kleinen Freundeskreis, in der Oper und bei Konzerten. Gerne besuchte er Rom, die Stadt seiner Studentenzeit, das Zentrum der Katholischen Weltkirche. Besonders verbunden war er mit den katholischen Studentenkorporationen, zumal mit „seiner Carolina“.

Sein Herz gehörte immer der Seelsorge. Von 1979 bis zu seinem Tod war er mit großem Engagement und viel Liebe Pfarrer von Tobelbad. Anlässlich der Übernahme der Pfarre schrieb er im Pfarrblatt: „So darf ich um euer Vertrauen bitten, damit alle Menschen in der Pfarre Tobelbad gut zusammenhalten und wir miteinander unseren Herrn Jesus gern haben.“ Das ist ihm mit Gottes Hilfe in vielem gelungen. In großer Dankbarkeit blicke ich als Bischof mit vielen Menschen unseres Landes auf dieses Priesterleben. Gott hat nun seinen priesterlichen Diener zu sich gerufen. Prälat Dr. Herbert Thomann wird in seinem Innersten dem unabwendbaren Tod wohl so begegnet sein, wie er zeitlebens Unvermeidliches weise lächelnd „gleich freiwillig“ angenommen hat: „Adsum – ich bin bereit, Herr“!

Gott vergelte ihm alles Gute und schenke ihm die Fülle des ewigen Lebens.

Dr. Egon Kapellari, Diözesanbischof

 

Pfarrblatt März 2012, Sonderausgabe „Wir danken für sein Sein und Wirken“

Unser verstorbener Pfarrer und seine Familie

Die Familie Thomann stammt aus Hengsberg, wo die Eltern einen Gewerbebetrieb führten. Dr. Herbert Thomann hatte drei Brüder: Anton, Karl und Erich.

„Herbert kam 1932 in Wildon im Haus der Hebamme zur Welt. Er war schon als Kind sehr lernbegeistert und hat ab seinem vierten Lebensjahr den Volkschul-Lernstoff seines älteren Bruders mitgelernt. So konnte er zB bereits mit fünf Jahren aus der Tageszeitung vorlesen.

Mit sechs Jahren begann er als Ministrant in der Pfarrkirche Hengsberg. Kaum eingetreten, konnte er die lateinischen Gebete besser als die älteren Ministranten.“

Und so haben der Pfarrer und der Volksschullehrer die Eltern ermuntert, ihrem zweiten Sohn den Besuch des Gymnasiums in Graz zu ermöglichen. Im Jahr 1942 übersiedelte Herbert Thomann nach Graz, um seine Ausbildung am Akademischen Gymnasium zu beginnen.

„Viel zu beten hatte die Mutter in den Kriegsjahren. War nicht nur der Gatte die ganze Zeit beim Militär eingerückt, sondern auch bei den Bombenangriffen auf Graz war sie vielen Ängsten ausgesetzt, da sie ihren Sohn in der Stadt wusste

1948 anvertraute Herbert seiner Mutter: „Ich möchte Priester werden!“

In der Zeit seines Studiums in Rom zwischen 1950 und 1956 besuchten ihn seine Brüder zweimal und bekamen ausführliche Einblicke in die Sehenswürdigkeiten der Ewigen Stadt.

„1955 starb völlig überraschend unsere Mutter mit 52 Jahren. Sie hatte sich so sehr auf die Priesterweihe ihres Sohnes gefreut“.

Zur Priesterweihe, 10. Mai 1956, sind 110 Verwandte und Nachbarn aus Hengsberg nach Rom gereist, um diesen besonderen Tag mitzuerleben und mitzufeiern. Bei der Primizmesse ministrierten die Brüder Anton und Karl. Trotz seiner vielfältigen Tätigkeiten in der Diözesanleitung hat Dr. Thomann immer wieder Zeit gefunden, aus verschiedenen Anlässen zu seiner Familie nach Hengsberg zurück zu kehren. Das letzte Mal im Oktober 2011 zum Geburtstag seiner Schwägerin.

Dieses Interview mit dem ältesten Bruder von Dr. Herbert Thomann führte Mag. Margret Hofmann. Anton Thomann kam bereits mit einem Manuskript zu diesem Gespräch. Hier wurde die Zusammenfassung wiedergegeben – die Originalzitate wurden kursiv gesetzt.

 

Pfarrblatt März 2012, Sonderausgabe „Wir danken für sein Sein und Wirken“

Nachruf von Priestern, die aus Tobelbad stammen

 

Die Weisheit eines weiten Herzens

Seit 1965 habe ich Dr. Thomann gekannt, ab diesem Jahr hat er nämlich öfter in der Pfarrkirche in Tobelbad ausgeholfen; vor allem an Sonntagen in der Advent- und Fastenzeit bei den sogenannten Standesbeichten (eigene Beichtsonntage für Frauen, Männer und Jugend). Ich war damals Ministrant, und so kam es zu den ersten Kontakten, die sich intensiv verstärkten, als er nach dem Tod von Monsignore Matthias Pozar die Pfarre Tobelbad als Pfarrer übernahm. Durch seine Aushilfsdienste kannte er die Pfarrkirche, aber auch Tobelbad insgesamt war ihm durch die Seelsorge im RZ ab dem Jahre 1962 natürlich nicht fremd, wobei er einmal erzählte, dass er sehr überrascht war zu erfahren, dass die Pfarre weit größer ist als die Ortschaft Tobelbad.

Meine Verbindung zu ihm war ab 1979 sehr stark und ich kann sagen, dass er ein großer Förderer von mir war. Seine Idee war es auch, eine Doktorarbeit über Tobelbad zu schreiben, die dann schließlich in die Ortsgeschichte „500 Jahre Tobelbad“ eingeflossen ist. Auch seine Unterstützung auf meinem Weg zum Priesterberuf war sehr intensiv. Es ist mir in letzter Zeit – weit vor seinem Tod – immer mehr aufgegangen, wie stark ich als Seelsorger von Prälat Dr. Thomann geprägt war und bin. Das heißt nicht, dass ich von ihm nur abschauen wollte, sondern dass mich einfach sein Sein und mein Umgang mit ihm ganz unbewusst beeinflusst haben. Dabei möchte ich neben der schon viel erwähnten Großzügigkeit das „weite Herz“ nennen. Dr. Thomann war nie ein Ausgrenzer, es hatten alle Platz. Es konnte niemand so weit weg von der Kirche, vom Glauben sein, dass er von ihm nicht angenommen worden wäre – voraussetzungslos. Er hat sich den Menschen in ihrer oft vorhandenen Armseligkeit zugewendet, ihnen das Gefühl gegeben, auch noch dazu zugehören. Kleinkrämerei war ihm zuwider. Die Grundlage für diese Haltung war der eigene Glaube und die solide theologische Ausbildung an der päpstlichen Universität Gregoriana in Rom. Auf diesen beiden Fundamenten sicher stehend, konnte er sein Herz weit aufmachen, im tiefen Vertrauen, dass auch das Herz Jesu weit offen steht für alle. Er konnte die Realitäten menschlichen Lebens, auch das Scheitern, anschauen – und auch stehenlassen und den Menschen das Gefühl geben, dass sie Gott trotz all ihrer Gebrechlichkeit mag und ihr Leben immer sinnvoll bleibt.

Für das Vorbild dieser Haltung – die Weisheit eines weiten Herzens – bin ich als Priester neben vielem anderen zutiefst dankbar.

Pfarrer Dr. Erich Linhardt (Pfarrer und Dechant von Voitsberg)

 

 

Dr. Thomann war für mich ein geistlicher Vater. Unser verstorbener Pfarrer gehört zu jenen Gestalten in meinem Leben, die mich außergewöhnlich geprägt haben. Aus heutigem Blickwinkel danke ich Gott, dass Pfarrer Thomann mich in den drei Jahrzehnten des Kennens sehr fordernd und fördernd begleitet hat. Mit seinen Ecken und Kanten, seinem Dasein für die Menschen, seinem Interesse am Einzelnen, seiner Freude, seiner Treue in der Verbindung zu Jesus und zur Gestalt der Kirche, seiner Großzügigkeit, seinem denkenden Glauben und glaubenden Denken hat er mich sehr bereichert. Besonders danke ich ihm für das täglich Gebet für die anvertrauten Menschen und auch für mich. Für meinen Dienst als Priester ist er für mich bleibend Beispiel und Ermutigung, das Evangelium Jesu als jene Spur zu wählen, um der Welt mit dem Blick Jesu zu begegnen und hilfreich da zu sein.

Über die Schwelle von Raum und Zeit hinaus weiß ich mich ihm durch Gott in Dankbarkeit für immer verbunden.

Pfarrer Rudolf Rappel (Kath. Pfarrer für den Pfarrverband Knittelfeld, Lind-Maßweg, Rachau, St. Margarethen b.Kf., Schönberg)

 

 

Unser Pfarrer Prälat Dr. Herbert Thomann hat mein Leben in besonderer Weise geprägt. Als er im Februar 1979 die Pfarre übernahm, war ich schon einige Jahre Ministrant. Diese Tätigkeit verrichtete ich dann im Rehabilitationszentrum, wo ich zusätzlich alles für den Gottesdienst vorbereitete und auch als Lektor tätig war. Unser Pfarrer lernte schon viele Jahre zuvor meinen Vater in der Klinik kennen. Dieser arbeitete dort als Kraftfahrer. Als Dr. Thomann nach meiner Geburt erfuhr, dass ich mit Vornamen auch „Herbert“ heiße, sagte er spontan, er wolle mein Firmpate sein. 14 Jahre später – mein Vater war zu diesem Zeitpunkt schon verstorben – löste er dieses Versprechen ein.

Dr. Thomann übermittelte mir ein Bild von Kirche, die jedem Menschen offen steht. In Gesprächen zu verschiedensten kirchlichen und nichtkirchlichen Themen war stets eine große Weite spürbar. Im Pfarrhof war man immer willkommen. Während meiner Schulzeit unterstützte er mich großzügig und förderte mich auf verschiedene Art und Weise. Er ermöglichte es unter anderem, dass ich als junger Mensch beim Papstbesuch anlässlich des österr. Katholikentages 1983 in Wien dabei sein konnte. Wir besuchten auch das eine oder andere Konzert. In Erinnerung habe ich das der bekannten christlichen Band Gen Rosso in der Grazer Messehalle. An meinem Geburtstag gingen wir gut essen.

Die Treue, mit der Dr. Thomann seinen priesterlichen Dienst verrichtet hat, gewinnt für mein Leben immer mehr an Bedeutung. Die Haltung der Hingabe für die Menschen, die er vorgelebt hat, stärkt mich in meiner eigenen Berufung. So bin ich meinem verstorbenen Heimatpfarrer für vieles sehr dankbar. Ohne ihn würde ich nicht da stehen, wo ich jetzt bin.

Mag. Herbert Kernstock, Pfarrer von St. Lorenzen u. St. Marein im Mürztal

 

Pfarrblatt März 2012, Sonderausgabe „Wir danken für sein Sein und Wirken“

Erinnerungen und Dank an unseren Herrn Pfarrer

Schon einige Jahre bevor er Pfarrer von Tobelbad wurde, lernte ich Herrn Dr. Thomann bereits kennen – war doch unser damaliger Pfarrer Monsignore Matthias Pozar auch Sänger im Kirchenchor und konnte daher an Feiertagen nicht zelebrieren, sondern verstärkte den Chor mit seiner Bassstimme – Dr. Thomann, der ja im Rehabilitationszentrum die Heilige Messe las, half damals schon in der Pfarre aus.

Als Pfarrer und Seelsorger ist er vor allem mit der Schule, aber auch mit mir als Lehrerin, später als Direktorin und auch als Ministrantin im Rehabilitationszentrum ein großes Stück Weges gemeinsam gegangen.

Seine Wertschätzung der Schule, aber vor allem den Lehrerinnen gegenüber war eine sehr große – hat er doch immer wieder erzählt, dass er seiner Volksschullehrerin viel zu verdanken hatte, da sie seine Begabung erkannte, ihn förderte und sich um seinen weiteren Bildungsweg bemühte.

Wir Lehrerinnen denken immer wieder gerne an seine Einladungen, die er meist zu Schulbeginn, Weihnachten und Schulschluss aussprach und bei denen er uns fürstlich im Restaurant Kehlberghof in Graz verwöhnte.

Kunst, Kultur, gutes Essen waren ihm sehr wichtig. Gerne denke ich an viele Einladungen zu Konzerten, Veranstaltungen, Fahrten nach Venedig und Florenz und noch vieles mehr.

In besonderer Dankbarkeit denke ich an das Fest, das er anlässlich meiner Pensionierung im Juli 2011 für mich veranstaltete und dessen Organisation ihn schon vorher viele Monate lang beschäftigte. Sehr oft bat er mich in den Pfarrhof, um Gästeliste, Einladungen, Ansprachen, Essen immer wieder mit mir zu besprechen, es sollte ein perfektes Abschlussfest werden – und das wurde es auch!

Sehr vermissen werde ich am Sonntag im RehabZentrum sein „Guten Morgen Frau Direktor, wie ist das, gehst du vielleicht heute mit mir essen?“

Sehr vermissen werde ich auch die Messe, bei der ich seine Ministrantin war – auch bei seiner letzten Heiligen Messe an jenem dritten Adventsonntag. …

Susanne Linhardt

 

Unser verstorbener Pfarrer als Kunst- und Kulturmensch

Kunst und Kulinarik beschreibt eine wesentliche Facette von Prälat Dr. Herbert Thomann.

Die Auseinandersetzung mit verschiedenen Künsten sowie der Genuss derselben hatten im Leben unseres Pfarrers einen besonderen Platz. Ob Orchesterkonzerte im Grazer Stefaniensaal, das Kulturfestival Styriarte, Kino, Opern- oder Schauspielaufführungen, der Literaturkreis in der Pfarre, Konzerte in der Pfarrkirche oder die architektonischen Schönheiten anderer Städte – und hier vor allem die bedeutenden Städte Italiens, immer ging es ihm um den Gesamteindruck des jeweiligen Ereignisses. Es ging nicht um den einzelnen Ton in der Musik oder Details in der Architektur. Die Werke mussten stimmig sein und wurden auch so den interessierten Menschen vorgeführt und angeboten.

Der Gesamteindruck entscheidet.

Diesen Gesamteindruck konnte Dr. Thomann auch sehr gut vermitteln, nämlich in der Weise, dass er immer ein breit gefächertes Angebot präsentierte, und so blieb viel Spielraum für den weiteren eigenen Ausbau. Viele von uns erinnern sich gerne an die Romreisen, anfangs mit dem Bus in großen Gruppen, zuletzt in kleinem familiären Kreis. Dr. Thomann versuchte stets eine Fülle von Eindrücken zu vermitteln. Die Verarbeitung in unseren Köpfen fand oft erst viel später statt, jedoch das Verlangen nach Mehr war entfacht. Wer das Angebot annahm konnte auf diesem Fundament sein eigenes Kulturinteresse aufbauen. Seine eigene Zustimmung zu einem Kunstwerk konnte man erkennen, wenn Dr. Thomann zum Beispiel die Hand zum Dirigat bei einem Orchesterkonzert erhob. Auch in Zeiten seiner schlechten Gesundheit waren Kulturveranstaltungen immer eine Triebfeder zur Wiederaufnahme der Aktivität – die Musik als Heilmittel oder Rehabilitationswerkzeug sozusagen.

Kunst und Kulinarik – ein Gesamtkunstwerk.

Untrennbar verbunden waren mit den Kulturgenüssen auch die kulinarischen Genüsse. Das gute Essen, ein Gläschen Wein, die Gesellschaft mit den Mitreisenden waren ein essentieller Bestandteil und hatten beinahe den gleichen Stellenwert. Dabei konnten Eindrücke verarbeitet, Kritik angebracht und neue Pläne geschmiedet werden. So ergaben sich bei Konzert- und Theaterabenden, Reisen und anderen Veranstaltungen immer abgerundete Bilder, begleitet von Großzügigkeit und äußerst positiver Stimmung.

Die Großzügigkeit öffnete vielen in vielfältiger Weise das Tor zu Kunst und Kultur.

Dafür sage ich ein aufrichtiges „Vergelt’s Gott“.

Dr. G. Eichmüller

 

Erinnerungen an unseren Herrn Pfarrer

Einige Erinnerungen an unseren Herrn Pfarrer aus dem Sozialkreis.

Wenn ich so zurückdenke, fallen mir besondere Episoden ein:

Als Helga Speck und ich mit unserem Herrn Pfarrer die Leute zu Weihnachten besuchten, gingen wir eine total vereiste und nicht gestreute Hauszufahrt hinauf. Wir boten unserem Herrn Pfarrer den Arm, damit er nicht stürzt – aber er nahm unsere Hände und sagte: „Kommt meine Töchter, damit Ihr nicht ausrutscht!“ Helge und ich fühlten uns wie von einem Vater beschützt.

Die Seniorenausflüge und Seniorennachmittage waren immer wie ein Familienfest. Neben der Hl. Messe waren auch die Geburtstagsehrungen ein besonderer Bestandteil. Mit einem festen Händedruck für die Männer und einer herzlichen Umarmung für die Frauen wurde gratuliert. Es gab dazu Wein und Bonboniere.

Auch beim Pfarrcafé wurde durch den Besuch unseres Herrn Pfarrers das Frühstück nach der Hl. Messe zu einem „gemeinsamen Frühstück“. Beim Pfarrfest – wir kamen in der Früh auf dem Festplatz an – gerade versuchte unser Herr Pfarrer mit dem Besen eine Wasserlacke in den Wasserschacht zu kehren. Oder er nahm auch mal eine Mistschaufel und Handbesen zur Hand, damit alles perfekt ist.

Es war eine schöne Zeit mit unserem Herrn Pfarrer, eine sehr schöne Zeit! Unser Herr Pfarrer Dr. Herbert Thomann wird uns stets in guter Erinnerung bleiben.

Für den Sozialkreis Ihre Berta Regier

 

Unser Pfarrer und der Pfarrgemeinderat

Der Pfarrgemeinderat ist kein Verein, sondern ein Leitungsgremium, das für das Leben und die Entwicklung der Pfarrgemeinde Verantwortung trägt. Zusammen mit dem Pfarrer gestalten gewählte Frauen und Männer das Pfarrleben als Ausdruck der gemeinsamen Verantwortung aller Gläubigen. Naturgemäß treffen im Pfarrgemeinderat viele verschiedene Meinungen und Einstellungen aufeinander. Dr. Thomann war immer bemüht, dieser Vielfalt mit Wertschätzung und Respekt zu begegnen.

Ich war fünfzehn Jahre lang Pfarrgemeinderätin, davon neun Jahre Geschäftsführende Vorsitzende. Nach meiner ersten Vorsitzführung hat Dr. Thomann zu mir gesagt: „Ich habe mich sehr wohl gefühlt“. Das hat mich immer ermutigt, eine gute Mischung zwischen strukturierter Tagesordnung und breiter Diskussion zuzulassen. Durch seine Unterstützung konnte der PGR Klausuren in St. Lambrecht abhalten, die für uns alle als Quelle des Zusammenhalts und der Spiritualität nachhaltig wirkten. Zu den großen Aufgaben des Pfarrgemeinderates gehörten neben der Renovierung des Kirchendachs, die Ausrichtung der zwei Primizen von Mag. Rudolf Rappel und Mag. Herbert Kernstock sowie die Errichtung der „Johannes Nepomuk Statue“ am Friedhof. Dr. Thomann war kein Freund von Überraschungen, Feste mussten daher bis ins kleinste Detail vorherbesprochen werden. Und es er ziemlich schwierig, die Vorbereitungen für seinen 75. Geburtstag zu treffen und dabei Überraschungen einzuplanen. Die Feste im Jahresfestkreis waren ihm wichtig, aber um mit ihm sein goldenes Priesterjubiläum zu feiern, brauchte es einiges an Überredungskunst. Aber es ist gelungen und auch das Jubiläum „25 Jahre Pfarrer in Tobelbad“ hat ihn – nach anfänglicher Zurückhaltung – dann doch gefreut.

In seiner vorausschauenden Art hat er sogar die Zukunft der Pfarre als Pfarrverband schon vorbereitet. Es ist von großem Vorteil, dass Frau Gabriele Höfner als Pfarrsekretärin bereits in allen drei Pfarren tätig ist. Es trägt zum Zusammenwachsen bei, dass viele Dobler zu unseren Messfeiern kommen. Es macht Sinn, dass viele Tobelbader die Familienangebote der Liebocher Pfarre nützen. So werden wir – ganz im Sinne von Dr. Herbert Thomann – ein großer Pfarrverband, der über das kirchliche Leben am Ort hinaus die Zusammenarbeit mit unseren Nachbarn in den Blick nimmt.

Mag. Margret Hofmann, Gf Vorsitzende im PGR Tobelbad

 

Pfarrblatt März 2012, Sonderausgabe „Wir danken für sein Sein und Wirken“

 

Prälat Dr. Herbert Thomann verstarb am 13. Dezember 2011.

Das Totengebet wurde am 22. Dezember 2011 in der Pfarrkirche Tobelbad gehalten. Musikalische Umrahmung: Dobler Chor unter der Leitung von Marie Loise Schreiner.

Organisten: Anneliese Winter (Orgel) und Christoph Stering (Flöte)

Orgel

Begrüßung (Margret Hofmann) und Hinweise

Im Namen des Vaters …….

Liebe Trauernde, liebe Verwandte, liebe Freunde, liebe Pfarrgemeinde!

Bei Gott steht das ganze Leben im Raum des Segens, im Lichte der Vergebung und der grundlosen Gnade und Barmherzigkeit.

Gemeinsam trauern wir und gemeinsam wenden wir uns zu Gott unserem Vater im Himmel.

Lied: Wohin soll ich mich wenden

Weil allem menschlichen Sein, auch Schatten und Irrtum anhaften - wollen wir im Kyrie um das Erbarmen Gottes bitten.

Kyrie:

Als Pfarrgemeinde bitten wir ihn um Vergebung, überall dort, wo er sich in seinen Anliegen nicht genügend unterstützt gefühlt hat, wo wir ihn nicht die nötige Wertschätzung für seine Treue und sein unermüdliches Tun ausdrücken konnten.

Kyrie gesungen

Wir bringen gute und schöne Erinnerungen, aber auch das, was wir einander schuldig blieben.

Kyrie gesungen

Wir bringen all das, was in den zwischenmenschlichen Begegnungen mit Herbert Thomann unerfüllt geblieben ist, all das, was der Liebe nicht dienen konnte, das, was der Einheit entgegensetzt war, das was in Herzen mancher Menschen vielleicht noch weh tut.

Kyrie gesungen

Im Nachdenken entlang des Lebens von unserem Pfarrer Dr. Thomann denken wir an die vielen Begegnungen mit Menschen. An jene die ihr Kind bei ihm zur Taufe trugen, die Sakramente empfingen und mit ihm die Hl Messe feierten. Er merkte und wusste, wer zu wem gehörte. Und wenn ein Kind bei einem Vorstellungsgottesdienst die Hausnummer oder den Namen der Mutter nicht schnell sagen konnte, hat er sicherlich ausgeholfen. Er war ein Genie im Gedächtnis von Namen und allerlei Zusammenhängen. Sein Leben war geprägt von Einfachheit und Geselligkeit.

Lied: Du bist in uns

Das uns wohl so vertraute Bild unseres Pfarrers, ist uns wie im Sturm genommen worden. Und gerade, dass stürmisch aufbrechende seines Todes, entspricht ganz und gar der Weise seines Lebens. Eiligen Schrittes war er oft unterwegs, vom Ordinariat zur Pfarre, von einem Krankenbesuch zum anderen, von einem Taufgespräch weg zur Begegnung mit den Angehörigen eines Verstorbenen. Schließlich der starke Aufbruch nach einem schweren Unfall. Nach vielen Strapazen in der Rehabilitation hat er sich wieder erhoben und neuerlich den Dienst in der Pfarre aufgenommen.

Lied: Alta trinita

Blitzlichter seines Lebens:

Priesterweihe in S Ignatio in Rom durch den späteren Kardinal Franz König.

Einer der besten Romkenner der Diözese.

Wichtiger Mitarbeiter von Bischof Weber, übersetzt für ihn die lateinischen Dokumente.

Großes Interesse für Kunst und Musik.

Formuliert seine Texte exakt auf Punkt und Beistrich.

Praktiziert die nachgehende Seelsorge nach dem Motto von Bischof Weber: „zu den Leuten“.

Seniorenrunden-Geburtstagsgratulationen.

Zahlreiche Renovierungsarbeiten in Kirche und Pfarrhof.

Und was ihm so große Freude bereitete, dass 3 Priester aus der Zeit seines Wirkens hervorgegangen sind: Dr. Erich Linhardt, Mag. Rudolf Rappel und Mag. Herbert Kernstock.

Lied: Die Güte des Herrn

Aussprüche: (besaß die Gabe des Humors)

Schau schön auf dei Weibal

den eigenen Korb nehmen oder einen größeren

vor dem Spiegel: Hier sehen sie die schönste Frau der Welt

die Fraun kriagn kane Runzeln, wenn‘s die Männer schön streicheln

die Männer mit ihren Brummbässen und die Frauen mit ihren Engelsstimmen

Lied: Burdon Loard

Rosenkranz (1 Gesetzchen)

Flöte

Als an Prälat Dr. Thomann der Ruf erging, die Pfarre Tobelbad zu übernehmen, schrieb er im Pfarrblatt: „So darf ich um euer Vertrauen bitten, damit alle Menschen in der Pfarre Tobelbad gut zusammenhalten und wir miteinander unseren Herrn Jesus gern haben.“ Das ist ihm mit Gottes Hilfe in vielem gelungen.

Weil er Jesus gern ghobt hot wird ihn wohl auch Gott gern haben und mit den Worten des Propheten Jesaja zu sich rufen:

Hab keine Angst, denn ich habe dich erlöst! Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du gehörst zu mir: Jesaja, 43,1-2

Antwortgesang: Laudate omnes gentes

Fürbitten:

Zu unserem Herrn Jesus Christus lasst uns beten:

Für unseren Pfarrer Herbert Thomann: Schenke Ihm die Erfüllung seines Suchens und Mühens und vergelte ihm das Gute, das er in seinem Leben getan hat.

Lasset zum Herrn uns beten:

Wir bitten, dass der Gemeinschaft der Trauernden, auch die Kraft des Trostes geschenkt werde.

Für die Angehörigen und alle, die um ihn trauern: tröste du uns und gib uns Zuversicht aus dem Glauben.

Für unsere Pfarre, dass wir das durch Dr. Thomann grundgelegte Pfarrleben erhalten und fördern.

Vater unser

Gebet: gesprochen von Susanne Linhardt

Lied: Segne du Maria