Erreichbarkeit der Pfarre: siehe rechte Spalte.

Gottesdienste der Woche vom 18. bis 25.8.2019
Verlautbarungen der Woche vom 18.08. bis
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Gottesdienste der Woche vom 25.8. bis 1.9.2019
Verlautbarungen der Woche vom 25.08. bis
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Ehrung für die langjährige Mesnerin Rosa Jaunegg durch die

gf Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, Susanne Linhardt, und Pfarrer Johann Karner am 11. August 2019

Fotos: Berta Regier

Grüß Gott! Liebe Pfarrbevölkerung von Tobelbad!

Nach siebeneinhalb Jahren im Dienste der Pfarre Tobelbad bin ich dabei, (innerlich) Abschied zu nehmen. Laufend gibt es Ereignisse, die ich zum letzten Mal erlebe (Osternacht, Firmung, Erstkommunion …). Ich nehme Abschied als Mensch, als Christ und als Pfarrer, wenngleich alle drei eng miteinander verwoben sind.

Menschlich gesehen ist mir bewusst: man bricht gewachsene Beziehungen nicht mutwillig ab. Die Tobelbader/innen haben mich sehr gut auf- und angenommen. Es gibt niemanden, der mir das Leben schwer gemacht hat, im Gegenteil! Viel Wohlwollen und Hilfsbereitschaft wurde mir entgegengebracht. Dafür bin ich sehr dankbar. Von mir aus hätte ich also keinen Grund gesehen, anderswohin zu wechseln. Der Abschied fällt mir dementsprechend schwer.

Im Osterlicht des christlichen Glaubens gesehen mischt sich in den Abschiedsschmerz der Trost: für Christen – so auch für mich – gibt es keinen endgültigen Abschied. Wir sehen uns wieder, wenn nicht hier, dann in der Ewigkeit!

Als Pfarrer veranlasst mich das Abschiednehmen dazu, ein wenig Bilanz zu ziehen, ohne Schönfärberei. Den Schwerpunkt meiner priesterlichen Tätigkeit bildete die Liturgie: angefangen von Wochen-, Sonntags- und Feiertagsmessen über Taufen, Trauungen und Begräbnisse, „Einweihungen“ bis hin zu festlichen Höhepunkten wie etwa die Firmung mit Bischof Dr. Wilhelm Krautwaschl. Viele wertevolle Kontakte durfte ich im Zuge der Sakramentenvorbereitung erleben.

Die tragende Basis für die Pastoral war die gute Zusammenarbeit mit euch, den vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen, insbesondere mit den Pfarrgemeinderäten. Da freut es mich sehr, dass mit Viktoria Reinprecht und Peter Preitler-Höller die Jugend stark im Pfarrgemeinderat vertreten ist. In freudiger Erinnerung behalten werde ich zudem die musizierende Jugend, die oftmals Gottesdienste mitgestaltet und mit jungem Leben erfüllt hat. Sie ist wohl auch eine der schönen Früchte, die auf dem Boden des Engagements meines Bruders Franz gewachsen sind.

Eine lange Namensliste von Ehrenamtlichen wäre hier zu nennen. Ausdrücklich danken möchte ich den sehr kompetenten und verantwortungsbewussten Wirtschaftsräten mit der geschäftsführenden Vorsitzenden. Sie waren mir eine sehr wertvolle Stütze.

Großer Dank gilt meinen hauptamtlichen Mitarbeitern. Es war eine heikle Gegebenheit, Vorgesetzter des eigenen Bruders zu sein. Dank des langjährig gewachsenen Vertrauens, das wir zueinander haben und Dank der Demut meines Bruders Franz war es ein schönes Miteinander. – Letztlich geht es in der Kirche ja nicht um „Oben“ oder „Unten“. Wir stehen alle im Dienste des einen Herrn und der uns anvertrauten Menschen. Letztlich muss jede/r persönlich vor IHM verantworten, wie er die ihm zugedachte Rolle im Weingarten des Herrn ausübt. – Eine große Stütze als „Frau an der Front“ bzw. an der „Drehscheibe“ Pfarrkanzlei war mir – und sie wird es wohl auch für meinen Nachfolger bleiben – Gabriele Höfner. Es war sehr vorteilhaft, dass sie in ihrer freundlichen und einfühlsamen Art in allen drei Pfarren als Sekretärin tätig war/ist.

Zu den Hauptamtlichen zählt auch das ausgezeichnete Team im Pfarrkindergarten unter der vorzüglichen Leitung von Brigitte Stampfer. In diesem Haus, das im kommenden Jahr erweitert wird, haben Kinder im Vorschulalter einen sehr guten Platz – in liebevollen Händen! Viele Begegnungen, die ich während meiner Zeit als Pfarrer im Kindergarten hatte, bleiben im Licht von viel Freude in meinem Herzen abgebildet.

„Kindergarten“ – das ist auch das Kennwort, das große Dankbarkeit an die Adresse der Gemeinde, vor allem an die Personen der in meiner Zeit amtierenden Bürgermeister, Helmut und Hubert Holzapfel, auslöst. Sie wissen die Qualität der Arbeit mit Kindern zu schätzen und sorgen mit großem Engagement und hohem finanziellen Aufwand für die wirtschaftliche Basis des Kindergartens. DANKE dafür! Ich möchte den Pfarrkindergarten auch meinem Nachfolger sehr ans Herz legen.

Ich bin sehr froh, dass wir uns auf pfarrlichem Boden der epochalen Herausforderung des Flüchtlingsstroms vor fünf Jahren in der Weise gestellt haben, dass wir Flüchtlingsfamilien in die freigewordenen Räume des Pfarrhauses aufgenommen haben. Es waren überwiegend positive Erfahrungen, die wir mit diesen Menschen aus Syrien und aus dem Iran machen durften. Leider haben nur ganz wenige einheimische Pfarrbewohner/innen einen Kontakt mit den Asylanten gesucht und gepflogen.

Als Feuerwehrkurat nehme ich nun auch Abschied von den FW-Kameraden/innen. Ich danke euch, dass ihr mich so gut angenommen habt, obwohl ich euch nur ganz wenig unterstützen konnte! Danke auch dem ÖKB, der mich oftmals als Gast willkommen geheißen hat.

Der bevorstehende Pfarrerwechsel ist nun für alle Beteiligten eine Herausforderung, aber zugleich auch eine gute Chance! Ich wünsche meinem Nachfolger, Claudiu Budãu, der ja in Tobelbad wohnen wird, eine ebenso gute Aufnahme, wie ich sie erlebt habe. Ich selber hoffe auf ruhigere Zeiten in LINZ. An die Pfarre Tobelbad werde ich bestimmt oft und gerne zurückdenken! Gott segne und beschütze Sie und euch alle!

Ihr/euer Pfarrer JOHANN KARNER, Pfarrblatt Juli 2019

 

„Hansi ist da“ 11. März 2012  bis  „Hansi war da“

1. September 2019

Lieber Bruder Hans!

Am 11. März 2012 hast du mit dem Satz „Hansi ist da“ neben Dobl und Lieboch auch in Tobelbad die Pfarrseelsorge übernommen. Sieben Jahre liegen zwischen Hansi ist da und Hansi war da. Es sind sieben wunderbar gute Jahre geworden. Deinem Leitspruch entsprechend warst du ohne Krankenstand, ohne Kuraufenthalt und fast ohne Urlaub stets für unsere Gemeinde da, für unzählige Taufen, Hochzeiten und Begräbnisse. Bei der sonntäglichen Feier der Eucharistie hattest du für die Predigt immer etwas speziell Spirituelles im Gepäck. Was du dort nicht auspacken konntest, floss bei den Alltagsexerzitien oder bei der Gruppe Magis ein.

Dein Dasein war ein einfühlsames, für die Nöte der Menschen sensibilisiertes. Es war verbindendes, versöhnendes Gestalten eines kooperativen Miteinanders auf allen Ebenen pfarrlichen Lebens. Unter diese Zeit fiel auch die Krise mit den vielen Flüchtlingen. Durch deine Initiative konnten im Pfarrhof Tobelbad fünfzehn Leute, einige länger, andere wenigstens eine kurze Zeit auf ihrer schwierigen Phase der Flucht eine Herberge finden. Sie werden es dir ewig danken.

Was nicht geplant und auch nicht vorhersehbar war, dass du als Bruder zugleich mein Chef geworden bist. Es war für mich ein Glücksfall sondergleichen. In Freiheit konnte ich gut koordiniert mit dir meine pastoralen Tätigkeiten in Tobelbad kreativ ausgestalten. Die geschwisterliche Verbundenheit war uns immer wichtig, Stütze und Hilfe bei allen Aktivitäten. Deshalb bin ich traurig, dass „Hansi war da“ eintritt und wir in Zukunft nicht mehr zusammenarbeiten können. Aber vielleicht hast du nun mehr Zeit, geplante Radtouren umzusetzen. Mit den besten Wünschen für deine Zukunft BRUDER FRANZ, Pfarrblatt Juli 2019

 

Lieber Hans!

Als eine deiner engsten Mitarbeiterinnen in der Liturgie - Wortgottesdienstleiterin, Kommunionspenderin, Minis-trantin und als geschäfts-führende Vorsitzende des Pfarrgemeinderates möchte ich dir - so wie es auch dein Bruder Franz tut - DANKE sagen für die Zeit, in der du uns als Pfarrer geleitet, betreut und begleitet hast. Wir alle haben deine ruhige und einfühlsame Art sehr geschätzt, aber du hast auch mit Nachdruck und Konsequenz deine Meinung geäußert, wenn es nötig war. Das war sehr gut! Mit deinem Tun und Wirken hast du ein unverwechselbares Profil gezeigt, das Spuren hinterlässt und unvergessen bleibt. Deine Arbeit in der Ökumene, in die du dein ganzes Herzblut gesteckt hast, macht uns alle sehr dankbar und es muss erst gelingen, diese so engagiert und organisiert weiterzuführen.

Mich persönlich hat am meisten dein Vertrauen, das du in uns ehrenamtliche Mitarbeiter/innen und da besonders in die Wortgottesdienstleiter/innen gesetzt hast, berührt. Du hast nie nach einem Wie und Was gefragt, sondern hast uns immer das Gefühl gegeben: Ihr macht das gut! Das hat uns sehr motiviert! Ich habe mich persönlich von dir auch immer sehr angenommen gefühlt, durfte ich doch Ausbildungen zu kirchlichen Diensten absolvieren und einiges zur Gestaltung der Gottesdienste beitragen.

Danke Hans für das Stück gemeinsamen Weges, das wir gegangen sind! Danke auch im Namen aller Pfarrgemeinderäte/innen und Mitarbeiter/innen für die gute und ertragreiche Gemeinschaft.

Wir alle hoffen, dass du in deinem neuen Wirkungsfeld gut angenommen wirst und diese Arbeit deine Erfüllung sein wird. Das wünschen ich und die ganze Pfarrgemeinde Tobelbad dir mit ein bisschen Wehmut, aber von ganzem Herzen!

SUSANNE LINHARDT, Pfarrblatt Juli 2019

Fotos von Berta Regier

 

Grüß Gott! Liebe Pfarrbevölkerung von Tobelbad!

Vor ca. 40 Jahren habe ich – nach dem ersten Dienstjahr als Hauptschullehrer - den Grundwehrdienst abgeleistet. Während dieser Zeit ist in mir (wieder) der Gedanke an den Priesterberuf aufgekommen. Ich habe mich dagegen gewehrt mit dem Argument, ich sei für diesen Beruf nicht geeignet. Es (ER) ließ mich jedoch nicht los, bis ich mich nach etwa zweijähriger Gegenwehr geschlagen gab und ins Grazer Priesterseminar eintrat bzw. mit dem Theologiestudium begann. Rückblickend sehe ich in diesem herausfordernden Vorgang ein Berufungserlebnis. Berufung erfolgt aus meiner Erfahrung jedoch nicht nur dann, wenn’s um Lebensentscheidungen geht wie etwa um Berufs- oder Partnerwahl. Auch innerhalb eines Berufs- und Familienlebens kann man zu Veränderungen gerufen werden, wo „mehr“ dahintersteht.

Zuletzt ist das Thema „Berufung“ für mich aktuell geworden, als mich unser Bischof mit dem Wunsch konfrontiert hat, ich möge ab 1. September 2019 die Aufgabe des Spirituals im Propädeutikum (Vorbereitungsjahr für Seminaristen) in Linz übernehmen. Ich fragte mich: ist das „nur“ der Wunsch unseres Bischofs oder steckt da auch ein „höherer Ruf“ dahinter. Mein Nachdenken ergab Hinweise darauf, dass meine neue Aufgabe auch dem Willen Gottes entspricht.

Gottes Ruf führt einen meist nicht auf den leichteren Weg, ja er widerspricht mitunter sogar der eigenen Wunschvorstellung. Wenn man ihm dennoch mutig folgt, findet man jedoch zur maximalen Entfaltung dessen, was in einem steckt - mit anderen Worten - zu einem erfüllten Leben.

Jeder Mensch ist von Gott ins Dasein gerufen. Und für jedes menschliche Geschöpf hat der Schöpfer einen Idealplan, einen Traum. Deshalb lädt Gott jeden von uns ein, uns entsprechend diesem Bild je persönlich und einmalig zu verwirklichen. Dies setzt voraus, dass wir in „Ruf-Bereitschaft“ sind. Ich wünsche es allen jungen Menschen, dass sie sich bei der Berufswahl an ihrer „Berufung“ orientieren können.

Gott ruft nicht nur einzelne Personen, er ruft auch Gruppen und Gemeinschaften. Die größte Gemeinschaft, an die sein Ruf ergeht, ist die Kirche. Das griechische Wort für Kirche „ecclesia“ bedeutet „die Herausgerufene“.

Ich wünsche unserem künftigen Seelsorgeraum, dass mein Nachfolger und alle Verantwortlichen bei all ihren Überlegungen und Planungen zuerst auf den Ruf des Höchsten achten (das erfordert Zeit und Geduld!) bevor sie in der Praxis diesem dann hoffentlich auch Folge leisten. Wenn dies geschieht, bin ich zuversichtlich, dass es in und mit unseren Pfarren gut, vielleicht sogar noch besser als bisher weitergeht!

Ihr Pfarrer Johann Karner, Pfarrblatt März 2019

 

 

Wie schon im letzten Pfarrblatt berichtet, wurde unser Herr Pfarrer, Mag. Johann Karner, am 19.6.1988 vom damaligen Diözesanbischof Johann Weber zum Priester geweiht und beging somit im heurigen Juni sein dreißigjähriges Priesterjubiläum. So wurde ihm am Sonntag, dem 2. September 2018, im Rahmen des Pfarrfestes zu diesem Jubiläum herzlich gratuliert und vom Pfarr-gemeinderat ein kleines Geschenk und ein Blumenstrauß überreicht. Die Hl. Messe wurde vom "Vokalensemble MoosCanto" aus Mooskirchen unter der Leitung von Frau Gerlinde Hörmann musikalisch feierlich gestaltet.

Susanne Linhardt

 

 

Zu Herrn Pfarrers 60. Geburtstag: Eine Reise in die "Goldene Stadt Prag"

Alle PfarrgemeinderätInnen des Pfarrverbands sind sich einig gewesen: ein gemeinsames Geschenk für unseren Herrn Pfarrer zum Sechziger - und da er gerne reist, war dieses eine Wunschreise, bei der er von etlichen PGR mit Anhang begleitet wurde.

Sein Wunsch: Prag, die "Goldene Stadt". Schnell waren 48 ReiseteilnehmerInnen gefunden und am 24. Oktober in der Früh ging es los. Bei guter Stimmung, in einem wunderbaren und sehr großen Bus, war nach einem Mittagessen und Stadtbummel durch Budweis Prag am frühen Abend erreicht. Es warteten ein geräumiges Hotel, nette Zimmer, ein ausgezeichnetes Abendbüffet und reichlich Bier, Wein und gute Unterhaltung.

Nachdem die Stadtführerin am nächsten Morgen pünktlich zur Stelle war, ging es per Bus, aber hauptsächlich per pedes durch die goldene Stadt Prag und alle Sehenswürdigkeiten, von denen man ja schon so einiges gehört hatte oder schon kannte, wurden besucht und geschichtlich hinterfragt. Den Abschluss bildete eine Schifffahrt auf der Moldau. Alle waren zufrieden, ein ruhiges Plätzchen am warmen Schiff ergattert zu haben, um ein letztes Mal die Schönheiten Prags genießen zu können.

Ein böhmischer Abend mit böhmischem Essen, dazu 4 Bier pro Person (!!!), - die nicht selbst konsumierten wurden an Trinkfestere gerne weiter gegeben - mit Musik und Tanz beschloss den anstrengenden Tag.

Der dritte Tag war der Heimreise gewidmet, mit einem letzten kulturellen Stopp im Kloster Vyssi Brod, nahe der österreichischen Grenze. Pünktlich - wie angekündigt - sind alle wohlbehalten wieder zu Hause eingetroffen.

Ein großes Dankeschön an alle ReiseteilnehmerInnen für die Disziplin, die gute Stimmung, die Gemeinschaft. Sehr nett war das Kennenlernen neuer Menschen. Es war gut zu erfahren, dass diese drei Tage die Leute aus den drei Pfarren enger zusammengebracht haben.

Ein besonderes Danke aber Herrn Dr. Gotthard Rainer, PGR Vorsitzender in Lieboch, der diese Reise nicht nur akribisch genau geplant hatte, sondern mit seiner perfekten Durchführung alle wirklich begeistern konnte! Hoffentlich gibt es Ähnliches bald wieder.

Pfarrblatt Dezember 2017, Susanne Linhardt

Amtseinführung Pfarrer Mag. Johann Karner 11. März 2012

Vorstellung der Erstkommunionkinder und Suppensonntag

 

Mit dem Satz: "Hansi ist da", welchen Johann Karner in sein Heft in der ersten Klasse Volksschule geschrieben hat, legte Pfarrer Johann Karner seinen Leitfaden für die Seelsorge in der Pfarre Tobelbad. Aus dem "Ich bin da" wird ein "für euch da". Dass wir alle da sind, ist ein Geschenk Gottes. Nun gilt es - die Perle Himmelreich zu suchen.

Unser neuer Pfarrer stellt sich vor

Grüß Gott, werte Frauen und Männer, Kinder und Jugendliche der Pfarre Tobelbad!

In der Annahme, dass es Sie interessiert, woher der neue Pfarrer kommt und was er schon alles hinter sich hat, möchte ich bei meinem ersten „Auftritt“ im Pfarrblatt einiges von mir erzählen.

Am 5. Juni 1957 habe ich in meinem Elternhaus in der oststeirischen Pfarre St. Margarethen an der Raab das Licht der Welt erblickt. Zusammen mit meinen beiden Brüdern Franz und Rupert und mit meiner Schwester Anneliese durfte ich in der bunten, natürlichen Umgebung der elterlichen Landwirtschaft eine sehr schöne Kindheit erleben. Im hautnahen Kontakt mit Pflanzen und Tieren, im Blick auf den nächtlichen Sternenhimmel, aber auch in Furcht und Zittern vor der zerstörerischen Gewalt von Blitz und Hagel, lernte ich von frühester Kindheit an das Staunen vor den zarten und mächtigen Wundern der Natur. Der vorbildliche Glaube meiner Eltern, den ich vor allem in der Atmosphäre gemeinsamen Betens schon als Kleinkind erleben durfte, schaffte mir die Brücke zu Gott als eigentliches Geheimnis der Schöpfung.

Mit zunehmendem Alter wurde mir der Allerhöchste noch bestaunenswerter, besonders dann, wenn ich an den Hochfesten des kirchlichen Jahreskreises davon hörte, dass Gott Mensch geworden ist, und dass der Gott-Mensch, der sein Leben aus Liebe zu uns Menschen am Kreuz dahingegeben hat, am dritten Tage von den Toten auferstanden ist. Damals, etwa nach dem vollendeten zehnten Lebensjahr, türmte sich in mir erstmals die Begeisterung dafür auf, diesem Jesus von Nazareth ganz und gar nachzufolgen. Zunächst kam es jedoch anders.

Nach der Matura absolvierte ich die Hauptschullehrerausbildung für Mathematik und Bildnerische Erziehung an der Pädagogischen Akademie unserer Diözese in Graz-Eggenberg. Anschließend übte ich den erlernten Beruf – unterbrochen durch den Präsenzdienst – zweieinhalb Jahre lang aus. Ausgerechnet die Zeit beim Bundesheer, die ich eigentlich durch die Ableistung des Zivildienstes hatte umgehen wollen, war eine ganz wichtige, ja ausschlaggebende Zeit des Nachdenkens, die zur beruflichen Neuorientierung führte. Diese Nachdenkphase war jedoch nicht ganz einfach. Sie begann mit der Erinnerung: „Hast du nicht einmal daran gedacht, Priester zu werden? Soll diese Idee nun für immer begraben sein?“ Im Zuge einer sich anbahnenden Freundschaft mit einer jungen Lehrerin wurde diese Frage zunehmend virulent. – Gut eineinhalb Jahre lang hatte ich dann mit dem Gedanken zu ringen: „Ich bin nicht geeignet für den Priesterberuf.“ Je mehr ich mich jedoch gegen die Option des Priesterwerdens auflehnte, desto unbändiger erlebte ich den inneren Anstoß, wider alle Bedenken mit dem Theologiestudium zu beginnen. Das Wort eines Beichtpriesters im Grazer Dom war schlussendlich ein wichtiger Mitauslöser dafür, dass mein innerer Widerstand schwand, dass ich meinen Beruf als Lehrer aufgeben und ausreichend Mut schöpfen konnte, ins Grazer Priesterseminar einzutreten: „Wen Gott ruft, den rüstet er auch!“ Diese Wegweisung hat sich mittlerweile schon oftmals bewahrheitet. Denn in den bald vierundzwanzig Jahren meines Priesterseins erging schon mehrmals der Ruf an mich, eine neue Aufgabe oder Zusatzaufgabe zu übernehmen. Und noch nie wurde ich in meinem Vertrauen auf Gottes Hilfe enttäuscht. Ich hoffe, dass dies auch im Blick auf den Pfarrverband Dobl, Lieboch und Tobelbad so sein wird.

Als Priester konnte ich im wahrsten Sinne des Wortes schon viel Erfahrung sammeln. Meine ersten pastoralen Gehversuche unternahm ich als Praktikant und alsbald als Diakon in der Pfarre Judenburg St. Nikolaus, bevor mich Bischof Johann Weber am 19. Juni 1988 im Grazer Dom zum Priester geweiht hat. Die traumhafte Landschaft des Ausseerlandes bildete die Kulisse für meine erste Kaplanstelle in Bad Aussee und Altaussee, und die väterlich-gütige Hand von Dechant Franz Gölles gab mir Rückhalt während dieser vier Jahre. Von Bad Aussee kommend durfte ich meine Fühler nach Voitsberg und anschließend in die Krankenhausseelsorge im LKH Graz ausstrecken. Dann war die Zeit reif, den Pfarrverband St. Peter-Freienstein und Vordernberg als Pfarrer zu leiten – sieben Jahre lang, bis mich unser Diözesanbischof Egon Kapellari überraschend ins Priesterseminar berief. Hier war es meine vorwiegende Aufgabe, Männer auf dem Weg zum Priesterberuf zu begleiten und für ihre menschlich-geistliche Reifung Mitsorge zu tragen. Obwohl mich die Tätigkeit als Spiritual (für das Grazer und für das Kärntner Priesterseminar) ausgefüllt hätte, bekam ich Zusatzaufgaben. So war ich ein Jahr lang Administrator für die Pfarre Graz Hl. Schutzengel, und zwei Jahre lang betreute ich die Pfarre Dobl von Graz aus als Provisor mit. Die Pensionierung des langjährigen Pfarrers Otto Pexa hatte schließlich zur Folge, dass ich wieder ganz in die Pfarrpastoral wechseln und den neu zu gründenden Pfarrverband Dobl und Lieboch übernehmen sollte. Mit erstem März 2012 hat sich – nach dem überraschenden Tod von Pfarrer Dr. Herbert Thomann – mein „Reich“ noch einmal ausgedehnt, und es umfasst nun auch die Pfarre Tobelbad.

Vermutlich interessiert es Sie, wo ich in meinem theologisch-kirchlichen Denken einzuordnen bin. – Das Schiff der „katholischen“ Kirche ist weit und breit und groß. Da haben viele Anschauungen platz; „rechte“ und „linke“, „gebildete“ und „einfache“, „männliche“ und „weibliche“, „junge“ und „alte“. Auch „bunte Vögel“ tummeln sich (hoffentlich!) in diesem Schiff. Kritisch wird die Lage, wenn sie einseitig wird und das Boot aus dem Gleichgewicht kommt. – Meiner Selbsteinschätzung nach bin ich ein Mann der Mitte. Die Kirche bedarf meines Erachtens sowohl progressiver (fortschreitender) wie konservativer (die Überlieferung bewahrender) Kräfte. Deshalb halte ich diesbezüglich auf- oder abwertende Etikettierungen nicht für sehr hilfreich.

Mit „Mann der Mitte“ meine ich noch mehr. Ich sehe die primäre Aufgabe des Priesters darin, dass er durch sein Wort und Lebensbeispiel auf die „Mitte“, auf Christus, verweist.

In diesem Sinne hoffe ich, dass ich mit meinem Bruder Franz als Pastoralassistent, mit dem neuen Pfarrgemeinderat und mit vielen Mitwirkenden, durch Ihre Unterstützung im Gebet, nicht zuletzt mit Gottes Hilfe ein guter Pfarrer für Sie alle im Verbund mit den Pfarren Dobl und Lieboch sein werde!

Ihr Pfarrer Johann Karner, Pfarrblatt Juli 2012